Artikel 14 — Die Natur der Wirklichkeit
Die Natur der Wirklichkeit: Und wenn unsere Welt ein Traum wäre, aus dem wir erwachen müssen?
Das Ziel des Weisen — Tor Nummer Vierzehn
Text wird auf Deutsch gelesen
Was ist Wirklichkeit? Sind die Welt, die wir sehen, die Dinge, die wir besitzen, und die Ereignisse, die wir erleben, das wahre Dasein, oder nur eine vorübergehende Erfahrung?
Jeden Tag arbeiten wir, essen, reisen, begegnen Menschen und verfolgen Ziele.
Wir empfinden Freude, Trauer, Hoffnung und Enttäuschung.
All das erscheint uns vollkommen real.
Dennoch überliefert Abdullah Hashem Aba Al-Sadiq (Von ihm ist der Friede) im vierzehnten Tor des Ziels des Weisen eine Lehre Ahmed Al-Hassans (Von ihm ist der Friede), die unsere Wahrnehmung der Welt tiefgreifend infrage stellt.
Nach dieser Lehre gleicht unser irdisches Dasein einem Traum.
1. Was macht uns wirklich glücklich?
Das Kapitel beginnt mit einem persönlichen Gespräch.
Ahmed Al-Hassan fragt Abdullah Hashem Aba Al-Sadiq nach den Dingen, die ihm in der irdischen Welt Glück bereiten.
Die Frage betrifft nicht unmittelbar die Religion.
Sie bezieht sich auf die Freuden und Befriedigungen des Alltags.
Der Autor erklärt, dass materielle Güter nicht die Hauptquelle seiner Freude sind.
Ahmed Al-Hassan offenbart ihm daraufhin, dass er diese Welt als Illusion betrachtet.
Dieses Gespräch leitet ein Nachdenken über die Vergänglichkeit menschlicher Erfahrungen ein.
2. Die Zeit nimmt alle Augenblicke mit sich
Ahmed Al-Hassan lädt seinen Gesprächspartner sodann ein, über sein Alter und die bereits gelebten Jahre nachzudenken.
Wie viele Augenblicke der Freude haben wir erlebt?
Wie viele Sorgen haben wir durchlebt?
Wie viele Mahlzeiten, Reisen, Begegnungen und Ereignisse sind aufeinander gefolgt?
Und doch lässt sich keiner dieser Augenblicke in die Gegenwart zurückholen.
Wir können uns an sie erinnern, aber wir können sie nicht genau so wieder durchleben.
Das Buch nutzt diese Beobachtung, um den vergänglichen Charakter der irdischen Existenz aufzuzeigen.
3. Die Welt als Traum
Das Nachdenken führt zu einem besonders eindrücklichen Vergleich.
Wenn wir träumen, erscheinen uns die Ereignisse oft real.
Wir können Angst, Freude, Schmerz oder Glück empfinden.
Doch beim Erwachen begreifen wir, dass wir eine Erfahrung gemacht haben, die sich von der wachen Wirklichkeit unterscheidet.
Das Buch berichtet, dass Ahmed Al-Hassan unser irdisches Dasein mit dieser Erfahrung vergleicht.
Die Welt wäre einem Traum vergleichbar, dessen sich der Mensch noch nicht voll bewusst wäre.
Es handelt sich hier um eine geistige Metapher und eine metaphysische Behauptung, nicht um einen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass die physische Welt buchstäblich ein Traum sei.
4. Sind die Menschen eingeschlafen?
Das Kapitel bringt diese Lehre mit einem traditionell dem Imam Ali zugeschriebenen Wort in Verbindung, nach dem die Menschen schliefen und bei ihrem Tod erwachten.
Diese Formel drückt einen tiefen Gedanken aus.
Der Mensch kann sein Dasein durchleben, ohne seine Lage voll zu begreifen.
Er kann seine ganze Energie auf vorläufige Ziele verwenden und dabei die wesentlichen Fragen vergessen.
Wer bin ich?
Warum bin ich hier?
Was wird von meinen Taten bleiben?
Aus der Sicht des Buches besteht das wahre Erwachen darin, die Vergänglichkeit der Welt zu erkennen und eine tiefere geistige Wirklichkeit zu suchen.
5. Was bleibt von unseren Taten?
Eine der wichtigsten Lehren dieses Tores betrifft die guten Taten.
Die Vergnügungen vergehen.
Besitztümer wechseln den Eigentümer.
Die Umstände ändern sich.
Doch die moralischen und geistigen Folgen unseres Handelns bleiben im Zentrum des Nachdenkens.
Das Buch betont den Wert der um des Guten willen vollbrachten Taten.
Es lädt dazu ein, den Erfolg eines Lebens nicht allein an Geld, Ansehen oder Besitz zu messen.
Der wahre Wert eines Lebens hinge mit dem zusammen, was der Mensch geistig und moralisch vollbringt.
6. Der Unterschied zwischen Haben und Sein
Wir neigen oft dazu, unsere Identität durch das zu bestimmen, was wir besitzen.
Ein Haus.
Ein Beruf.
Ein sozialer Status.
Materielle Güter.
Doch wenn diese Dinge verschwinden, wer sind wir dann noch?
Das vierzehnte Tor lädt dazu ein, den Menschen von seinen Besitztümern zu unterscheiden.
Es legt nahe, dass die wahre Identität nicht auf die materiellen Umstände der Existenz reduziert werden kann.
Dieses Nachdenken knüpft an die früheren Lehren über die Unterscheidung von Seele und Körper an.
7. Die Illusion der Beständigkeit
Ein großer Teil unseres Leidens rührt von unserem Wunsch her, das zu bewahren, was sich verändert.
Wir wollen, dass glückliche Augenblicke ewig währen.
Wir möchten unsere Jugend, unsere Beziehungen und unsere Lebensumstände bewahren.
Doch die Zeit verwandelt unser Dasein unablässig.
Das Buch stellt diese Vergänglichkeit als Einladung dar, unsere Prioritäten neu auszurichten.
Zu erkennen, dass die Welt vergänglich ist, bedeutet nicht notwendigerweise, das Leben zu verachten.
Es kann auch dazu führen, den Wert der Zeit, der Verantwortung und der vollbrachten Taten besser zu verstehen.
8. Geistig erwachen
In der Logik des Kapitels beginnt das geistige Erwachen, wenn der Mensch aufhört, den materiellen Schein für die Gesamtheit der Wirklichkeit zu halten.
Er lernt, nach dem Sinn seines Daseins zu fragen.
Er prüft seine Bindungen.
Er denkt über die Folgen seiner Entscheidungen nach.
Er sucht ein Wissen, das über die bloßen Alltagssorgen hinausgeht.
Das wahre Erwachen wird so zu einer inneren Verwandlung.
Schluss — Sind wir bereit zu erwachen?
Das vierzehnte Tor des Ziels des Weisen bietet ein Nachdenken über die Zeit, die Illusionen und die Natur unseres Daseins.
Anhand der Ahmed Al-Hassan zugeschriebenen Lehren stellt es die Welt als vorübergehende Erfahrung dar, die einem Traum gleicht.
Seine zentrale Botschaft lädt dazu ein, vorübergehende Vergnügungen nicht mit dem tiefen Sinn des Lebens zu verwechseln.
Wenn wir unser Dasein als Ganzes betrachten werden, was wird von all den vergangenen Jahren bleiben?
Diese Frage bereitet ein neues Nachdenken über Licht, Finsternis und die geistigen Dimensionen der Wirklichkeit vor.