Was Christen über Aba Al-Sadiq wissen müssen
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Dies sind die zehn wichtigsten Fragen, die ich als lebenslanger Christ gern früher zu stellen gewagt hätte.
Von Tiffany Oldani

Die meisten Religionen heißen Fragen nicht willkommen, im Gegenteil, sie entmutigen sie oft. Glauben, so wurde mir beigebracht, bedeutet Vertrauen, nicht Nachforschung. In einem christlichen Elternhaus aufgewachsen, nahm ich mir das zu Herzen. Doch schließlich gewann die Neugier die Oberhand, und ich begann, Fragen zu stellen, große, unbequeme Fragen. Die Antworten, die ich erhielt, waren oft unbefriedigend und voller wackeliger Logik. Dann änderte sich alles, als ich den Ruf des Mahdi fand.
Das Besondere an diesem Ruf ist für mich, dass er dazu auffordert, Fragen zu stellen und den Belegen zu folgen, um die Wahrheit zu finden, wohin auch immer das führt. Nachfolgend finden Sie eine Liste grundlegender Fragen, die jeder Christ bedenken sollte, denn manchmal beginnt echter Glaube an Gott mit dem Mut zu fragen.
- Was ist der Weg zur Erlösung?
Wir können uns alle darauf einigen: Der Zweck der Religion ist es, eine Wegbeschreibung zu geben, einen Weg an einen „besseren Ort“, sei es die ewige Seligkeit des Himmels, die Wiedergeburt in einer höheren Form oder schlicht das Vermeiden des Sturzes in die ewige Verdammnis. Von Glaube zu Glaube mag das Ziel variieren, doch das Anliegen bleibt dasselbe. Jeder strebt danach, diesen schwer fassbaren „besseren Ort“ zu erreichen. Aber wie erlangen wir die Erlösung?
Nach christlicher Lehre hängt die Erlösung vom Glauben an Jesus ab. Die Gläubigen halten daran fest, dass Jesu Opfer am Kreuz sie von der Sünde freispricht und dass allein das Bekenntnis des Glaubens an ihn die Erlösung sichert. Im Christentum brachte Adams Ursünde den Tod in die Welt, und alle erbten diese Sünde. Nach den Schriften des Paulus hat Jesu Opfer diese Sünde beglichen. Indem sie Jesus und sein Opfer annehmen, glauben die Christen, dass ihnen ihre Sünden vergeben sind. Doch eine rätselhafte Frage lautet: Wenn Jesu Opfer die Sünde beseitigt hat und der Tod durch die Sünde verursacht wird, warum sterben Christen dann noch? Diese Frage macht einen wichtigen Denkfehler in der christlichen Sicht der Erlösung deutlich.
Die Frage lautet dann: Ist die Erlösung nur im Jenseits zu erlangen, oder kann sie auch im Hier und Jetzt erlangt werden? Aba Al-Sadiq lehrt, dass die wahre Erlösung sowohl in diesem Leben als auch im Jenseits erreichbar ist und aus der Nachfolge des von Gott eingesetzten spirituellen Führers kommt.
„Im Siebten Bund glauben wir, dass Religion ein Mensch ist. Genau wie bei den Christen ist das äußerst wichtig. Und die Erlösung kann nicht erlangt werden, solange wir den Imam der Zeit nicht erkennen, jenen Geist Gottes. Zur Zeit Jesu war Jesus der Imam der Zeit, er war der Beweis Gottes in der Zeit, er war der lebendige Geist Gottes in der Zeit. Und niemand konnte zum Vater gelangen außer durch ihn ... Dasselbe gilt für heute. Dasselbe gilt für jeden Tag und jede Epoche.“Die Schule der göttlichen Mysterien, Aba Al-Sadiq
Der Himmel ist eine Utopie, weil Gott dort herrscht. Daher ist es möglich, auf Erden eine Utopie zu schaffen unter der Herrschaft des Mannes, der den Geist Gottes in sich trägt.
„Und so beschließt [Gott], Seinen Geist in diese Welt zu senden, damit auch Er Gebote geben, die Menschen leiten, Gehorsam finden und auf Erden eine Utopie schaffen kann, einen Himmel auf Erden sozusagen, wo es kein Leid gibt und wo alle miteinander auskommen und alles teilen.“Die Schule der göttlichen Mysterien, Aba Al-Sadiq
Es ist entscheidend, einen erwählten Stellvertreter Gottes in der Gegenwart zu erkennen und ihm zu folgen. Den konkreten Geboten dieser Gestalt zu gehorchen, statt sich allein auf vergangene Schriften zu verlassen, ist ein Zeichen wahren Glaubens. Das letzte Ziel der Religion, über Traditionen wie Judentum, Christentum und Islam hinweg, ist die Schaffung einer Utopie, einer idealen Welt ohne Leid, Eifersucht und Verbrechen, erfüllt von Liebe, Frieden und Wohlstand. Diese Utopie kann auf Erden verwirklicht werden, so wie sie im Himmel besteht, indem man dem Geist Gottes folgt und Seinen Geboten gehorcht.
- Ist die Bibel wahr?
Der Rat mancher muslimischer Gelehrter, die Bibel oder die Tora nicht zu lesen, und ihre Bezeichnung als „verfälscht“ stimmt nicht mit den Lehren des Propheten Muhammad und seiner Familie überein, die diese Texte hoch achteten. Der Prophet Muhammad sah die früheren Schriften als wertvolle und respektierte Quellen göttlicher Weisheit an und wies seine Anhänger an, darin Erkenntnisse zu suchen. Der Koran bekräftigt den bleibenden Wert der Bibel und der Tora: „Wenn du über das im Zweifel bist, was Wir dir offenbart haben, dann frage diejenigen, die vor dir das Buch gelesen haben“ (Koran 10:94). Mit anderen Worten: Der Koran erwartet von den Gläubigen, dass sie sich an die „Leute des Buches“, Juden und Christen, als Bewahrer früherer Offenbarungen wenden.
Wir glauben, dass im Koran und in der Bibel Wahrheit liegt und dass der Koran als letzter Teil dieser göttlichen Botschaft gedacht ist, der die früheren Schriften vollendet und berichtigt. Um die Botschaft Gottes vollständig zu verstehen, sollte man das Alte Testament, das Neue Testament und den Koran nebeneinander lesen.
In einer seiner Folgen der Schule der göttlichen Mysterien erklärt Aba Al-Sadiq dies mit den Worten:
„Der Koran ist das dritte Kapitel der Geschichte, das letzte Kapitel der Trilogie. Er war dazu bestimmt, in Verbindung mit dem Alten Testament und dem Neuen Testament gelesen zu werden. Er hätte in der Bibel direkt nach dem Neuen Testament stehen sollen.“Die Schule der göttlichen Mysterien, Aba Al-Sadiq
Aber was ist mit dem Gedanken der „Verfälschung“? Sowohl die Tora und die Bibel als auch der Koran haben im Lauf von Jahrhunderten redaktionelle Änderungen erfahren, manchmal um politischen Bedürfnissen zu entsprechen. Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 n. Chr. war ein Paradebeispiel für diese Umgestaltung, als Kirchenführer unter dem Einfluss des römischen Kaisers Konstantin auswählten, welche christlichen Texte bewahrt und welche verworfen werden sollten. Schriften, die nicht zur politischen Agenda passten, etwa solche, die der arianischen „Häresie“ nahestanden, wurden beiseitegeschoben und sogar verbrannt, sodass uns eine Bibel bleibt, die weit von der ganzen Geschichte entfernt ist.
Dann, 1945, wurde die Nag-Hammadi-Bibliothek entdeckt und brachte eine Fundgrube frühchristlicher Schriften ans Licht, vom Thomasevangelium bis zum Apokryphon des Johannes. Diese Texte boten einen anderen Blick auf christliche Glaubensvorstellungen vor der nicänischen Zensur, mit Passagen, die sogar an den Koran anklingen. Man denke an das Kindheitsevangelium des Thomas, in dem der junge Jesus der Überlieferung nach Vögel aus Ton formt und ihnen Leben einhaucht:
„Und er nahm von der Palme ein Stück Lehm und formte es in der Gestalt eines Vogels. Und er hauchte ihm ein, und es wurde ein lebendiger Vogel. Und er sprach zu ihm: ‚Flieg!‘, und er flog davon.“Kindheitsevangelium des Thomas, Kapitel 2
Genau dieses Ereignis wird auch im Koran (3:49) erwähnt, fehlt jedoch in der kanonischen Bibel. Solche Überschneidungen sind eine eindrückliche Erinnerung: Diese Texte könnten weit enger miteinander verbunden sein, als die Kirche uns wissen lassen wollte.
- War Muhammad ein wahrer Prophet?
Wenn Sie zur Zeit Jesu gelebt hätten, woran hätten Sie ihn als echten Gesandten Gottes erkannt? Wären es seine Worte gewesen, seine Wunder oder etwas Eindeutigeres?
Jesus gab uns einen wirkungsvollen Hinweis, wie man einen wahren Propheten erkennt, als er sagte: „Wenn ich selbst über mich Zeugnis ablege, ist mein Zeugnis nicht gültig.“ (Johannes 5,31) Mit anderen Worten: Kein echter Prophet tritt allein mit seiner eigenen Bestätigung auf. Er kommt vielmehr mit einer Linie der Glaubwürdigkeit, einem Zeugnis oder einer Einsetzung durch einen früheren Propheten oder Führer.
Bei Jesus war es Johannes der Täufer, der ihn öffentlich bezeichnete. „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!“, verkündete Johannes (Johannes 1,29). Und es war nicht allein das Zeugnis des Johannes; Jesus verwies auf die Prophezeiung Jesajas, die er in der Synagoge laut vorlas:
„Er ging nach Nazaret, wo er aufgewachsen war, und am Sabbattag ging er, wie es seine Gewohnheit war, in die Synagoge. Er stand auf, um zu lesen, und man reichte ihm die Schriftrolle des Propheten Jesaja. Er rollte sie auf und fand die Stelle, wo geschrieben steht: ‚Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, den Armen die gute Nachricht zu verkünden. Er hat mich gesandt, den Gefangenen die Freiheit zu verkünden und den Blinden das Augenlicht, die Unterdrückten in die Freiheit zu entlassen und ein Gnadenjahr des Herrn auszurufen.‘ Dann rollte er die Schriftrolle zusammen, gab sie dem Diener zurück und setzte sich. Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet. Er begann, zu ihnen zu sagen: ‚Heute hat sich diese Schrift vor euren Ohren erfüllt.‘“Bibel, Lukasevangelium, Kapitel 4, Verse 16–21
Es überrascht nicht, dass der Prophet Muhammad demselben Muster folgte und den Mantel der Prophetenschaft beanspruchte, genau wie Jesus es vorhergesagt hatte. Der Koran zitiert Jesus mit den Worten:
„Und [erwähne], als Jesus, der Sohn der Maria, sagte: ‚O Kinder Israels, ich bin wahrlich der Gesandte Allahs an euch, der bestätigt, was vor mir von der Tora war, und die frohe Botschaft von einem Gesandten bringt, der nach mir kommen wird, dessen Name Ahmad sein wird.‘ Und als er mit klaren Beweisen zu ihnen kam, sagten sie: ‚Das ist offenkundige Zauberei.‘“Koran, Sure 61 (Al-Saff), Vers 6
Dies war eben jener „Beistand“, den Jesus nach sich zu senden versprochen hatte, ein direkter Faden von einem Propheten zum nächsten.
Und hier liegt der Schlüssel: Jesus warnte vor „falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind“ (Matthäus 7,15). Was folgt daraus? Dass nach ihm noch wahre Propheten auftreten würden und die Menschen eine Möglichkeit brauchten, einen wahren Anspruchsteller von einem falschen zu unterscheiden.
Im ganzen Alten Testament sehen wir dieses Ritual der Bestätigung als Goldstandard zur Erkennung des erwählten Nachfolgers. David setzte Salomo durch die Salbung seitens des Priesters ein und rief ihn zum König von Israel aus (1 Könige 1,32–35). Moses beauftragte Josua öffentlich als seinen Nachfolger auf Gottes Anweisung hin (Numeri 27,18–20). Das war nicht bloße Tradition; es war der von Gott gegebene Weg, die göttlich Erwählten zu erkennen. Dieses Muster ist eine klare, wasserdichte Methode, einen echten Gesandten Gottes zu erkennen.
- Ist Jesus der Sohn Gottes oder ein Prophet?
In der uralten Debatte über die Identität Jesu werfen bestimmte biblische Stellen Fragen auf, die die Darstellung seiner Göttlichkeit differenzieren. Man nehme Markus 13,32, wo Jesus selbst sagt: „Doch jenen Tag oder jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, auch nicht der Sohn, sondern nur der Vater.“ Wäre Jesus wirklich Gott, wüsste er dann nicht alles, auch den Zeitpunkt des Endes? Indem er ausdrücklich sagt, dass er ihn nicht kennt, scheint Jesus seine Rolle als menschlicher Prophet statt als göttliches Wesen zu unterstreichen.
Dann gibt es Lukas 4,24, wo Jesus sagt: „Wahrlich, ich sage euch: Kein Prophet ist in seiner Heimatstadt willkommen.“ Hier nennt er sich selbst einen Propheten. Wenn er sich also als Prophet bezeichnet, warum sollte man dazu übergehen, ihn Gott zu nennen? Und was ist mit jenem Moment in Matthäus 12,40, als Jesus seine bevorstehende Prüfung mit Jonas Zeit im Bauch des Fisches vergleicht und sagt: „Wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des großen Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein.“ So wie Jonas Geschichte keine Göttlichkeit, sondern Überleben und Rückkehr bedeutete, könnte Jesu Parallele als ein weiteres Beispiel prophetischer Standhaftigkeit gelesen werden, nicht zwingend als göttliche Auferstehung. Nach dieser Logik: Wenn das Überleben des Todes Jesus göttlich machte, müsste das dann nicht auch für Jona gelten?
Im Garten Gethsemane erhalten wir einen besonders aufschlussreichen Einblick in die Menschlichkeit Jesu, als er fleht: „Mein Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst“ (Matthäus 26,39). Wäre Jesus Gott, müsste er dann wirklich sich selbst um Eingreifen anflehen? Dieser Augenblick zeugt von zutiefst menschlicher Verletzlichkeit und Abhängigkeit vom göttlichen Willen, weit entfernt von Allmacht.
Auch die wiederholte Betonung der Einzigkeit Gottes im Alten Testament widerspricht der Vorstellung von Jesus als göttlicher Gestalt innerhalb einer Dreifaltigkeit. Deuteronomium 6,4 gebietet: „Höre, Israel: Der Herr, unser Gott, der Herr ist einzig“, eine grundlegende Erklärung der Unteilbarkeit Gottes. Jesaja bekräftigt diesen Gedanken noch:
„Ich bin der Erste und ich bin der Letzte; außer mir ist kein Gott.“Bibel, Buch Jesaja, Kapitel 44, Vers 6
Alle diese Stellen zusammen scheinen eine andere Geschichte zu erzählen als die gängige christliche Lehre und deuten darauf hin, dass Jesus ein außergewöhnlicher Prophet Gottes war und keine Gottheit.
- War Paulus ein Apostel Jesu?
Paulus ragt im Neuen Testament heraus. Von dessen 27 Büchern werden traditionell 13 oder 14 ihm zugeschrieben, was ihn zu einer der einflussreichsten Gestalten des Christentums macht. Aber hier der Haken: Der Anspruch des Paulus auf das Apostelamt ist in vieler Hinsicht höchst fragwürdig.
Anders als die wahren, von Jesus erwählten Apostel begegnete Paulus Jesus nie im Fleisch, und sein Autoritätsanspruch beruht allein auf einem höchst widersprüchlichen Bericht über eine Vision auf dem Weg nach Damaskus. Tatsächlich bietet die Apostelgeschichte verschiedene Fassungen dieser Geschichte, die einander widersprechen; allein das sollte Bedenken gegen seine Legitimität wecken.
Wichtiger noch: Jesus legte die Zahl der Apostel eindeutig auf zwölf fest, entsprechend den zwölf Stämmen Israels. Nach dem Verrat des Judas beteten die verbliebenen elf Apostel um Führung und wählten Matthias als dessen Ersatz aus, wodurch diese symbolische Zahl gewahrt blieb. Paulus dagegen setzte sich später selbst als selbsternannter Apostel ein und wurde damit der 13., eine Vorstellung, die den Anweisungen Jesu unmittelbar widerspricht.
Außerdem widersprechen die Lehren des Paulus oft den Worten Jesu. Während Jesus das jüdische Gesetz hochhielt und sagte: „Ich bin nicht gekommen, [das Gesetz] aufzuheben, sondern zu erfüllen“ (Matthäus 5,17), lehnte Paulus es offen ab und erklärte, die Gläubigen seien „nicht mehr unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade“ (Römer 6,14).
Jesus behandelte Frauen mit Würde, bezog sie als Anhängerinnen ein und gab ihnen wichtige Rollen in Seinem Wirken. Er führte theologische Gespräche mit Frauen (z. B. mit der Samariterin in Johannes 4) und erschien ihnen nach Seiner Auferstehung zuerst, was ihre Bedeutung im Glauben zeigt. Paulus hingegen forderte, dass Frauen in der Kirche schweigen und sich unterordnen.
Die Frauen sollen in den Gemeinden schweigen. Es ist ihnen nicht erlaubt zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt. Wenn sie etwas wissen wollen, sollen sie zu Hause ihre eigenen Männer fragen; denn es ist schändlich für eine Frau, in der Gemeinde zu reden.Bibel, 1. Korintherbrief, Kapitel 14, Verse 34–35
Ich erlaube einer Frau nicht, zu lehren oder sich über einen Mann zu erheben;[a] sie soll still sein.Bibel, 1. Timotheusbrief, Kapitel 2, Vers 12
Es klingt, als sei Paulus derjenige gewesen, der das Christentum zu einer Religion gemacht hat, die Frauen erniedrigt, statt sie zu erheben.
Während Jesus irdische Macht ablehnte und sagte: „Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen“ (Matthäus 4,10), lehrte Paulus die Unterordnung unter die staatlichen Autoritäten und behauptete, alle Obrigkeit sei von Gott eingesetzt (Römer 13,1–2). Und das, obwohl Jesus nur wenige Jahre zuvor von den Römern hingerichtet worden war.
Paulus ist eindeutig eine Gestalt, die die Lehren Jesu verzerrt hat, indem er neue Lehren wie das christliche Verständnis der Sühne für Sünden einführte und die Unterordnung unter unterdrückerische Obrigkeiten befürwortete. Der Einfluss des Paulus hat das Christentum, wie wir es heute kennen, grundlegend verändert.
Für einen vertieften Blick auf die Abweichungen des Paulus von den Lehren Jesu, und auf einen schriftbasierten Ansatz, einen wahren Gesandten von einem falschen Propheten zu unterscheiden, klicken Sie hier.
- Wer ist der Paraklet?
Der Paraklet, wie er im Neuen Testament erwähnt wird, bezeichnet den „Tröster“ oder „Beistand“, den Jesus seinen Jüngern nach seinem Weggang zu senden versprach. In Johannes 14,16–17 sagt Jesus: „Und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Tröster geben, damit er für immer bei euch bleibe, den Geist der Wahrheit.“ Der Begriff „Paraklet“ kommt vom griechischen Wort parakletos, das „einer, der zur Seite gerufen wird“ bedeutet, um zu helfen oder beizustehen. Es ist jedoch wichtig zu erkennen, dass das Neue Testament ursprünglich auf Aramäisch geschrieben wurde, der Sprache, die Jesus und seine Jünger sprachen, bevor es ins Griechische übersetzt wurde. Manche Gelehrte vertreten die Auffassung, der ursprüngliche aramäische Begriff, den Jesus gebrauchte, könnte Ahmed gewesen sein, was „der Gepriesene“ bedeutet.
In einer fesselnden Folge der Schule der göttlichen Mysterien taucht Aba Al-Sadiq tief in dieses Thema ein und klärt, was der Begriff Paraklet wirklich bedeutet. „Paraklet“, wie in der Bibel erwähnt, war ursprünglich eine Prophezeiung über einen Gesandten, der nach Jesus kommen würde. Das Wort „Paraklet“ war eine eingefügte Übersetzung, die das ursprüngliche aramäische Wort „Ahmed“ ersetzte, das sich auf den Propheten Muhammad bezieht. Die Änderung war absichtlich und sollte verhindern, dass Muhammad als der nächste Prophet erkannt wurde, und die Kontrolle der frühchristlichen Führer und der römischen Behörden über die religiöse Auslegung festigen.
Der Paraklet wird nicht bloß als der Heilige Geist verstanden, sondern als ein weiterer Gesandter wie Jesus selbst, jemand, in dem der heilige Geist wohnte. Jemand, von dem Jesus sagte, er werde „euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe“ (Johannes 14,26). Das ist eine weit logischere Erklärung dieser Verse als das traditionelle Verständnis des Parakleten in der christlichen Theologie. Die Aufgabe des Parakleten ist es, die Menschen an die Lehren Jesu zu erinnern und sie weiterzuführen, um die göttliche Mission zu erfüllen. Der Prophet Muhammad war die Erfüllung dieser Prophezeiung.
- Jesus sagte: „Ich bin das Licht der Welt“ – warum sollten wir dann jemand anderen brauchen?
Jesus sagte tatsächlich: „Ich bin das Licht der Welt“ (Johannes 9,5), aber er präzisierte diese Aussage mit dem Zusatz: „Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.“ Das ist entscheidend, denn es zeigt, dass seine Rolle als leitendes Licht auf die Zeit seiner leiblichen Gegenwart beschränkt war. Zwar ist Jesus der Weg, die Wahrheit und das Leben, und niemand kommt zum Vater außer durch ihn (Johannes 14,6), doch betonte er, dass seine Gegenwart als „Licht der Welt“ auf seine Zeit auf Erden begrenzt war.
Als Jesus aufstieg, vertraute er seinen Anhängern den Heiligen Geist an und versprach, dass Gott sie weiter leiten werde. So wie Gott Jesus für jene Zeit sandte, kommt die Fortsetzung der göttlichen Führung durch die von Gott nach ihm Eingesetzten. So wie Jesus zu seiner Zeit das Licht war, hat jede Epoche einen von Gott eingesetzten Führer, der die Gläubigen leitet, und es ist unsere Verantwortung, diesen Führer, das „Licht der Welt“ für unsere Zeit, zu finden und ihm zu folgen.
- Wird die Wiedergeburt in der Bibel erwähnt?
Zur Zeit Jesu war die Vorstellung der Reinkarnation, also der Wiederkehr der Seelen, nicht so fremd, wie viele denken mögen. Dieser Gedanke taucht in einem beiläufigen, aber aufschlussreichen Gespräch zwischen Jesus und seinen Jüngern im Matthäusevangelium auf. Als Jesus fragt: „Für wen halten die Leute den Menschensohn?“, antworten sie mit Namen von Gestalten der Vergangenheit, Johannes der Täufer, Elia und Jeremia, was andeutet, dass die Leute diese verehrten Propheten als mögliche Wiederkehrende in neuer Gestalt sahen. Bemerkenswert ist, dass Jesus selbst erklärte, Johannes der Täufer sei tatsächlich der wiedergekehrte Elia, und damit die Prophezeiung bestätigte, dass Elia dem Messias vorausgehen werde (Matthäus 11,11–15). Ohne die Reinkarnation Elias in Johannes würde die Legitimität Jesu als erwarteter Messias in Frage gestellt, da die alttestamentliche Prophezeiung von Elias Wiederkehr zuerst erfüllt werden musste.
Hinweise auf Reinkarnation und Karma tauchen in Jesu Lehren immer wieder auf, und selbst seine Jünger schienen mit dem Gedanken vertraut. Wenn sie in Johannes 9,1–3 einem von Geburt an blinden Mann begegnen, fragen die Jünger nicht, ob er vielleicht für Sünden aus einem früheren Leben büßt, sondern nur, wessen Sünde es war, seine oder die seiner Eltern. In ähnlicher Weise deutet Jesu Lehre in Matthäus 26,52, „denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen“, ein karmisches Prinzip an, wonach Handlungen in einem Leben in einem anderen nachhallen könnten und einen wiederkehrenden Kreislauf von Folge und Erlösung formen.
Selbst das Alte Testament deutet diesen Kreislauf von Leben und Tod an. Hiob sinniert: „Nackt kam ich aus dem Leib meiner Mutter, und nackt werde ich dorthin zurückkehren“ (Hiob 1,21), während eine andere Stelle bei Hiob erwähnt, wie Gott Seelen aus der Grube zurückbringt, was auf einen Kreislauf der Wiedergeburt hindeutet (Hiob 33,29–30).
Auch Hiob 14,14 fragt: „Wenn jemand stirbt, wird er wieder leben? Alle Tage meines harten Dienstes will ich warten, bis meine Erneuerung kommt.“ Das Wort „Erneuerung“ stammt vom hebräischen Wort „Chaliyphah“, das „Wechsel der Gewänder“ oder, in diesem Fall, „Wechsel der Körper“ bedeutet. Das stützt den Gedanken, dass das Leben ein fortwährender Kreislauf der Wiedergeburt ist, in dem die Seele Wandlungen in verschiedenen Körpern durchläuft.
Insgesamt unterstreichen diese Beispiele eine Erzählung von der Fortdauer der Seele über einzelne Leben hinaus. Ob durch allegorische Hinweise oder unmittelbare Aussagen, beide Testamente zeigen, dass Reinkarnation und die ewige Reise der Seele in der Schrift tatsächlich weit tiefer verwurzelt sein könnten, als traditionell verstanden wird.
- Wurde Jesus wirklich gekreuzigt?
In der Bibel wird erwähnt, dass manche Leute Jesus für die Reinkarnation von Johannes dem Täufer hielten. Als Jesus seine Gefährten fragt, für wen die Leute ihn halten, antworten sie:
„Die einen sagen Johannes der Täufer, andere Elia, wieder andere Jeremia oder einen der Propheten.“Bibel, Matthäusevangelium, Kapitel 16, Vers 14
Das zeigt, dass die Menschen damals an den Gedanken glaubten, Seelen könnten in anderen Körpern wiederkehren.
Noch faszinierender wird dies dadurch, dass Jesus und Johannes gleich alt waren; wäre also die Seele des Johannes in Jesus eingegangen, hätte das geschehen müssen, als beide erwachsene Männer waren. Das legt nahe, dass die Menschen jener Zeit nicht nur an Reinkarnation glaubten (eine Seele, die nach dem Tod in einem neuen Körper wiedergeboren wird), sondern auch an die Seelenwanderung, den Gedanken, dass eine Seele in den Körper eines Menschen eintreten oder ihn verlassen kann, während dieser noch lebt.
Sie fragen sich vielleicht: Was hat das mit der Kreuzigung zu tun? Nun, mehr, als Sie denken mögen.
Die Bibel sagt uns, dass Jesus gekreuzigt wurde, starb und drei Tage später auf wundersame Weise von den Toten auferstand. Der Koran hingegen behauptet, er sei nicht getötet worden, es habe nur so ausgesehen. Eine Spannung zwischen diesen Sichtweisen scheint unvermeidlich, nicht wahr? Eine, die Christen daran hindern könnte, den Propheten Muhammad oder die Lehren des Islam anzunehmen? Nicht so schnell. Hier gibt es eine faszinierende Wendung, eine verborgene Erzählung innerhalb beider Glaubensrichtungen.
Hier kommen die sogenannten gnostischen Evangelien ins Spiel, Texte aus frühchristlichen Kreisen, die stillschweigend aus dem Neuen Testament ausgeschlossen wurden. Diese Schriften, größtenteils aus der Gesellschaft verbannt, erzählen eine Geschichte, die beide Kreuzigungsberichte miteinander versöhnt. Sie behaupten, die Seele Jesu sei der Kreuzigung entkommen, habe seine körperliche Gestalt verlassen und sei in einer radikalen Leistung in andere Körper übergewandert. Nach dieser Erzählung entkam seine Seele, während sein Körper am Kreuz hing, und ließ einen anderen an seiner Stelle zurück. Und wer war dieser Stellvertreter, dieser geheimnisvolle Ersatz?
Sowohl gnostische Texte als auch Hinweise in der Bibel selbst deuten auf Simon von Kyrene, den Mann, von dem geschichtlich überliefert ist, dass er half, das Kreuz Jesu zu tragen.
„Ein gewisser Mann aus Kyrene, Simon, der Vater von Alexander und Rufus, kam gerade vom Land her vorbei, und sie zwangen ihn, das Kreuz zu tragen.“Bibel, Markusevangelium, Kapitel 15, Vers 21
Dieses Wissen wirft ein neues Licht auf jene rätselhaften Auferstehungsszenen im Neuen Testament. Da ist Jesus, der Maria Magdalena erscheint, die ihn nicht erkennt; sie hält ihn für den Gärtner.
„Sie wandte sich um und sah Jesus dort stehen, aber sie merkte nicht, dass es Jesus war.“Bibel, Johannesevangelium, Kapitel 20, Vers 14
Nicht nur Maria erkannte Jesus nicht. Auch seine eigenen Jünger sehen ihn wieder und wissen erstaunlicherweise nicht sofort, wer er ist. Warum diese Anonymität? Warum das Zögern, jemanden zu erkennen, der ihnen so vertraut war wie ihr Lehrer?
Das Johannesevangelium, Kapitel 21, vermerkt, dass dies das dritte Mal war, dass Jesus seinen Anhängern nach der Kreuzigung erschien, als handelte es sich bei jeder Begegnung um einen Mann, der Jesus war und es doch irgendwie nicht war.
Die Lehren von Aba Al-Sadiq haben diesen uralten Streit endlich verständlich gemacht. Seine Erklärung bringt die Bibel, die gnostischen Berichte und den Koran so in Einklang, dass dieses mystische Rätsel gelöst wird: Jesus wurde „nur dem Anschein nach“ gekreuzigt, seine Seele wanderte von Körper zu Körper und erschien seinen Anhängern schließlich in einer neuen, veränderten Gestalt wieder. Gekreuzigt und doch transzendent. Tot und doch lebendig. Dieses Verständnis schlägt eine Brücke zwischen diesen Glaubensrichtungen und liefert eine logische Antwort, mit der die traditionelleren Erklärungen des Christentums nicht mithalten können.
- Ist der jesuanische Bund heute noch gültig?
Die Geschichte der abrahamitischen Glaubensrichtungen ist eine Geschichte von Verheißungen, Verrat und neuer Hoffnung, ein Gewebe göttlicher Bünde, das bis zur Morgendämmerung der Menschheit zurückreicht. Die Schriften berichten, dass Gott vor der Ankunft Jesu Christi Bünde mit Adam, Noah, Abraham und Moses schloss. Jeder Bund bedeutete eine heilige Verbindung zwischen Gott und den Menschen, einen spirituellen Vertrag, der leiten und schützen sollte. Doch im Fortgang der Erzählung wird deutlich: Diese Bünde wurden oft gebrochen.
Die Kinder Israels, zentral für die Geschichte des Mosaischen Bundes, strauchelten immer wieder. Ihre Übertretungen führten zu 40 Jahren Wanderschaft in der Wüste, zur Zerstörung des Heiligen Tempels und sogar zum Verlust der ursprünglichen Tora und der Bundeslade. Trotz der Vergebung Gottes hatte jede Verfehlung Folgen, eine Erinnerung daran, dass der Bruch der Treue seinen Preis hat. Und dann kam der Wendepunkt: Jesus Christus, der verheißene Messias.
Jesus, der eigens zu den Israeliten gesandt wurde, kam, um diese heilige Verbindung zu erneuern. In seinen eigenen Worten: „Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt“ (Matthäus 15,24). Doch statt ihn anzunehmen, lieferten die Israeliten ihn den Römern aus, und mit diesem Akt des Verrats beendete Gott den Mosaischen Bund ein für alle Mal. An seine Stelle setzte Jesus einen neuen Bund mit einem neuen Volk, wie er es vorhergesagt hatte:
„Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das seine Früchte bringt.“Bibel, Matthäusevangelium, Kapitel 21, Vers 43
Die Verbindung, die einst die Nachkommen Isaaks innehatten, ging auf die Nachkommen Ismaels über und erfüllte damit Gottes uralte Verheißung an Abraham:
„Und was Ismael betrifft, ich habe dich erhört. Ich werde ihn gewiss segnen ... und ich werde ihn zu einem großen Volk machen.“Bibel, Buch Genesis, Kapitel 17, Vers 20
Und aus der Linie Ismaels ging der Prophet Muhammad hervor, der nächste Träger des Bundes Gottes, der sechste Bund. Doch diesmal war der Umfang weiter. Muhammads Bund galt nicht nur einem auserwählten Volk, er war ein Bund mit der ganzen Menschheit. Und doch wurde, wie die Geschichte zeigt, auch der muhammadanische Bund gebrochen.
Wenn ein Bund gebrochen wird, ist er nicht mehr gültig. Deshalb berichten die Schriften davon, dass im Lauf der Zeit neue Bünde geschlossen wurden. Die mit Moses, Jesus und Muhammad geschlossenen Bünde sind nicht mehr gültig, was den Abschluss eines neuen Vertrags zwischen Gott und den Menschen notwendig macht.
Nun, in einer Welt voller spiritueller Unordnung, ist der Mahdi, Aba Al-Sadiq, hervorgetreten, um den letzten und endgültigen Bund zu schließen, den siebten Bund, eine letzte Gelegenheit für die Menschheit, ihre Verbindung zum Göttlichen zu erneuern und nach dem lang verheißenen Frieden auf Erden zu streben.
„Imam Ahmed Al-Hassan will alle Religionen vereinen und in jeder von ihnen die Unwahrheiten und die Wahrheiten aufzeigen und so alle Bünde, alle Botschaften aller Propheten unter einem göttlichen Bund und einer göttlichen Botschaft vereinen, dem Siebten Bund.“Das Ziel des Weisen, Aba Al-Sadiq, Tor 7, S. 110


