Artikel 7 — Der Siebte Bund mit Ahmed Al-Hassan
Der Siebte Bund mit Ahmed Al-Hassan: die Rückkehr der göttlichen Rechtleitung und das Versprechen einer Welt der Gerechtigkeit
Das Ziel des Weisen — Tor Nummer Sieben
Text wird auf Deutsch gelesen
Und wenn alle zwischen Gott und der Menschheit seit Adam geschlossenen Bünde auf einen letzten Bund zuliefen, der erfüllen soll, was die Propheten angekündigt hatten?
Seit den ersten Kapiteln des Ziels des Weisen zeichnet sich eine Geschichte ab: die einer Menschheit, die gerufen ist, die göttliche Rechtleitung anzuerkennen, sich aber immer wieder von ihr abwendet.
Adam, Noah, Abraham, Mose, Jesus und Muhammad haben jeweils einen Bund gebracht, der den Umständen ihrer Zeit angepasst war.
Im siebten Tor stellt Abdullah Hashem Aba Al-Sadiq (Von ihm ist der Friede) Ahmed Al-Hassan (Von ihm ist der Friede) als den Gefährten des letzten Bundes dar, der zur Errichtung der göttlichen Gerechtigkeit auf Erden führen soll.
Dieses Tor bildet einen großen Wendepunkt im Werk.
1. Die Vollendung aller Bünde
Nach dem Buch stellen die vorhergehenden Bünde keine voneinander unabhängigen Religionen dar.
Sie sind die verschiedenen Stufen ein und derselben geistigen Geschichte.
Jeder brachte ein besonderes Wissen, eine besondere Gesetzgebung und eine besondere Verantwortung.
Dennoch habe keiner von ihnen bisher die endgültige Errichtung einer von Ungerechtigkeit, Krieg und Leid befreiten Welt ermöglicht.
Der Siebte Bund wird als die Vollendung dieser Geschichte dargestellt.
Der Autor beschreibt sein Ziel als die Wiederherstellung eines Zustands der Gerechtigkeit, der dem Garten Eden vergleichbar ist.
Es handelt sich also nicht nur um eine religiöse Reform, sondern um eine tiefgreifende Verwandlung der menschlichen Existenz.
2. Das wahre Ziel der Religion
Eine der zentralen Lehren des Kapitels betrifft das Wesen der Religion selbst.
Aus der Sicht des Werkes erschöpft sie sich nicht in Gebeten, Zeremonien oder der Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft.
Sie betrifft vor allem die Anerkennung der von Gott bestimmten Autorität.
Der Autor stellt Adam als den ersten göttlichen Stellvertreter auf Erden dar und deutet die Menschheitsgeschichte als eine Abfolge von Konflikten um diese Autorität.
Die grundlegende Frage lautet dann: Wer besitzt die Legitimität, die Menschheit zu führen?
Diese Lesart räumt dem Begriff Khalifa, des Stellvertreters oder Statthalters Gottes, eine wesentliche Stellung ein.
3. Warum wurden die Propheten abgelehnt?
Die Erzählungen der vorhergehenden Bünde zeigen, dass die Gesandten regelmäßig auf den Widerstand der etablierten Autoritäten stoßen.
Noah wird von seinem Volk abgelehnt.
Abraham stellt sich Nimrod entgegen.
Mose stellt sich dem Pharao entgegen.
Jesus begegnet der Feindseligkeit eines Teils der religiösen Autoritäten seiner Zeit.
Muhammad sieht sich dem Widerstand mehrerer Stämme gegenüber.
Im Buch werden diese Konflikte als Erscheinungsformen ein und derselben Schwierigkeit gedeutet: Die Menschen weigern sich oft, eine geistige Autorität anzuerkennen, wenn sie ihre Gewohnheiten oder ihre Interessen bedroht.
Der Siebte Bund stellt diese Frage in den Mittelpunkt der Überlegung.
4. Die drei Kriterien zur Erkennung des Beweises Gottes
Wie erkennt man einen echten Führer?
Das siebte Tor stellt drei grundlegende Kriterien vor.
Das Testament
Das erste Kriterium ist die göttliche Bestimmung.
Nach dem Werk wird der legitime Führer von seinem Vorgänger angekündigt oder ernannt.
Der Autor bringt dieses Prinzip mit mehreren prophetischen Nachfolgen in Verbindung, insbesondere denen von Adam, Noah und Mose.
Das Testament wird so zu einem wesentlichen Element der Kontinuität der Rechtleitung.
Das Wissen
Das zweite Kriterium betrifft ein besonderes Wissen, das Gott verleiht.
Das Buch stützt sich insbesondere auf die koranische Erzählung, in der Adam die Kenntnis der Namen erhält.
Dieses Wissen wird als ein Zeichen seiner Autorität dargestellt.
Es geht über bloße Gelehrsamkeit hinaus und betrifft die großen geistigen Fragen, die die Menschen aus eigener Kraft nicht lösen könnten.
Der Aufruf zur Oberhoheit Gottes
Das dritte Kriterium betrifft die Quelle der Autorität.
In der vom Buch dargelegten Lehre ruft der göttliche Führer dazu auf, die Souveränität Gottes anzuerkennen, anstatt seine Legitimität allein auf den Volkswillen zu gründen.
Diese Position stellt eine besondere theologische und politische Auffassung dar, die von den zeitgenössischen Prinzipien der demokratischen Souveränität und des religiösen Pluralismus zu unterscheiden ist.
5. Ahmed Al-Hassan und der Siebte Bund
Das Werk benennt Ahmed Al-Hassan (Von ihm ist der Friede) als den Gefährten dieses letzten Bundes.
Es stellt seine Mission als Fortsetzung der Missionen der vorhergehenden Propheten und Gesandten dar.
Dieser Anspruch beruht in der Logik des Buches nicht allein auf einer persönlichen Identität.
Er fügt sich in die Auslegung des Testaments, des göttlichen Wissens und der Kontinuität der geistigen Nachfolge ein.
Das siebte Tor lädt den Leser daher ein, die Religionsgeschichte anhand dieser Kriterien zu prüfen.
6. Die Rückkehr zu einem Zustand, der dem Garten Eden vergleichbar ist
Das Buch beschreibt das Ziel des Siebten Bundes in besonders ehrgeizigen Worten.
Es kündigt eine Welt an, in der Armut, Krieg, Krankheit und Tod überwunden wären.
Dieses Versprechen gehört in die eschatologische Vision dieses Werkes.
Es drückt die Hoffnung auf eine verwandelte Menschheit aus, in der Gerechtigkeit nicht mehr bloß ein Streben, sondern gelebte Wirklichkeit wäre.
Das Bild des Gartens Eden stellt eine direkte Verbindung zum ersten Tor her.
Die mit Adam begonnene Geschichte würde so in der Wiederherstellung einer dem göttlichen Willen entsprechenden Welt ihre Erfüllung finden.
7. Gerechtigkeit als geistige Verantwortung
Der Gedanke einer gerechten Gesellschaft betrifft nicht nur die Institutionen.
Er nimmt auch das individuelle Verhalten in die Pflicht.
Eine von Unterdrückung befreite Welt setzt voraus, dass die Menschen lernen, Egoismus, Rivalität und das Streben nach Macht um ihrer selbst willen zu überwinden.
Der Siebte Bund verbindet daher eine kollektive mit einer geistigen Verwandlung.
Gerechtigkeit kann nicht nur als äußere Regel verstanden werden.
Sie verlangt auch innere Verantwortung.
Schluss — Der letzte Bund und der Sinn der Geschichte
Das siebte Tor des Ziels des Weisen stellt eine umfassende Vision der Menschheitsgeschichte dar.
Die vorhergehenden Bünde erscheinen als Stufen einer Vorbereitung.
Die Mission Ahmed Al-Hassans wird darin als der Beginn ihrer endgültigen Erfüllung gedeutet.
Im Zentrum dieser Vision bleibt eine wesentliche Frage:
Hat die Religion allein die Aufgabe, die Erinnerung an die Propheten der Vergangenheit zu bewahren, oder ruft sie die Menschen auch dazu auf, die göttliche Rechtleitung in ihrer eigenen Zeit zu erkennen?
Diese Frage eröffnet den Weg zu den folgenden Lehren, die dem Wesen der Seele und den unsichtbaren Wirklichkeiten gewidmet sind.