Malaysia erlässt religiöses Dekret gegen die Ahmadi-Religion des Friedens und des Lichts
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Die malaysische Regierung hat ein umstrittenes religiöses Dekret erlassen, das die Ahmadi-Religion des Friedens und des Lichts verurteilt.
Von Caroline Hoeren

Die malaysische Regierung hat ein umstrittenes religiöses Dekret erlassen, das die Ahmadi-Religion des Friedens und des Lichts (AROPL) verurteilt und ihre Lehren als „abweichend“ und mit dem sunnitischen Islam unvereinbar bezeichnet. Diese offizielle Entscheidung, die vom 124. Nationalen Rat für islamische religiöse Angelegenheiten (MKI) getroffen wurde, weckt Bedenken hinsichtlich der Religionsfreiheit in Malaysia.
Dieses religiöse Dekret ergeht inmitten zunehmender Berichte über die Verfolgung von AROPL-Mitgliedern in Malaysia. In jüngster Zeit wurden mehrere Mitglieder der AROPL ins Visier genommen, weil sie die Rechte von LGBTQ-Personen verteidigt und ihren Glauben verbreitet haben. Ein bemerkenswerter Vorfall war die Festnahme eines 60-jährigen pensionierten Feuerwehrmanns, der in Gewahrsam genommen wurde, weil er öffentlich über die Lehren der AROPL gesprochen hatte.
Der Muzakarah-Ausschuss des MKI, der vom 26. bis 28. Juni 2024 tagte, prüfte die Glaubensinhalte und Praktiken der AROPL im Einzelnen. Laut dem Dekret sind die Lehren der AROPL in mehreren Bereichen mit der Lehre des Islam der Mehrheit unvereinbar. Zu den umstrittensten Punkten gehören:
Das Konzept des Mahdi: Der Glaube der AROPL an den 12. schiitischen Imam, Muhammad bin al-Hassan al-Askari, als den verborgenen Mahdi stellt traditionelle sunnitische Deutungen der islamischen Eschatologie infrage. Das Dekret kritisiert zudem das Konzept von „Mahdis“, die den 12 Imamen nachfolgen.
Fehler der Propheten: Das Dekret wirft der AROPL vor, das Leben und Handeln bedeutender Propheten wie Noah, Lot und Abraham falsch darzustellen. Die Bestätigung der in der Bibel erwähnten Fehler der Propheten wird als Verstoß gegen die islamischen Lehren angesehen.
Religiöse Praktiken: Die Entscheidung richtet sich ausdrücklich gegen die Neuinterpretation grundlegender religiöser Praktiken wie Gebet, Hidschab und Fasten durch die AROPL, einschließlich ihrer Haltung zu Alkohol, zur Verpflichtung zum Hidschab und zum Zeitpunkt des Ramadan. Das Dekret behauptet, solche Überzeugungen stünden im Widerspruch zu den Kernprinzipien des Islam.
Der vielleicht besorgniserregendste Aspekt des Dekrets ist sein ausdrückliches Verbot der Ausübung und Verbreitung der Lehren der AROPL. Das Dekret untersagt die Verteilung von Materialien im Zusammenhang mit der AROPL und fordert Muslime, die diesen Überzeugungen folgen, zur Reue auf. Es weist die Malaysier an, die Lehren der AROPL weder zu praktizieren noch zu verbreiten; auch alle damit zusammenhängenden Veröffentlichungen, Sendungen oder Materialien sind verboten. Das Dekret fordert ferner, dass Muslime sich strikt an die gängigen sunnitischen Glaubensinhalte halten müssen.
Während die malaysische Regierung dieses Dekret weiterverfolgt, bleibt seine Auswirkung auf die Religionsfreiheit und die Rechte von Minderheiten ein drängendes Anliegen. Die Ahmadi-Religion des Friedens und des Lichts betrachtet dieses Dekret als schwere Verletzung der Religions- und Glaubensfreiheit in Malaysia.



