Was ist Religion?
Um diese Frage zu beantworten, müssen wir zurückblicken auf den Anfang der Geschichte der Menschheit.
Zunächst ist es wichtig zu verstehen, dass die Geschichte der Menschheit und die Geschichte der Religion zur selben Zeit beginnen. Es gibt keine Menschheit ohne Gott, und es gibt keine Religion ohne eine Verbindung zwischen Gott und der Menschheit.
Wenn wir zur Bibel und zum Koran zurückgehen, stellen wir fest, dass Gott, nachdem Er Adam (Friede sei mit ihm) erschaffen hatte, ihn als Autorität über die Erde einsetzte (Vers der Bibel und des Koran), als Seinen Khalifa, Seinen Statthalter, Seinen Stellvertreter.
„Ich werde eine aufeinanderfolgende ˹menschliche˺ Autorität auf der Erde einsetzen.“
Koran 2:30
„Dann sprach Gott: ‚Lasst uns die Menschheit machen nach unserem Bild, uns ähnlich, damit sie herrschen über die Fische im Meer und die Vögel am Himmel, über das Vieh und alle wilden Tiere und über alle Geschöpfe, die sich auf dem Boden regen.‘“
Genesis, Kapitel 1, Vers 26
Die Religion begann also mit einem Menschen – Adam (Friede sei mit ihm), von Gott als Autorität, als eingesetzter Statthalter und Stellvertreter auf die Erde gestellt. Und der Gehorsam ihm gegenüber war verpflichtend und bildete die Verbindung, den Bund zwischen den Gläubigen und Gott, den Weg der Erlösung… mit einem Wort: die Religion.
Nun hörte die Religion offensichtlich nicht auf, als Adam (Friede sei mit ihm) starb. Nachdem Adam (Friede sei mit ihm) verschieden war, musste der Gehorsam jemand anderem gegeben werden, durch den Gott sprechen und führen würde, jemand anderem, der Gott vertritt, jemandem, der von Gott eingesetzt ist. Es war der Sohn Adams (Friede sei mit ihm): Seth (Friede sei mit ihm).
Von da an setzte sich die Religion in einer langen Reihe von Nachfolgern und Statthaltern fort, die Gott einsetzte und mit Seinem Geist inspirierte, bis auf den heutigen Tag.
Im Zentrum der Religion, und das, was die Religion Gottes am Leben erhält, ist also diese Verbindung zwischen Gott und der Menschheit durch einen von Gott eingesetzten Menschen.
Mit dieser Erkenntnis und dieser Wahrheit können wir nicht anders, als einzugestehen und zu begreifen, dass es in Wirklichkeit nur eine einzige Religion gibt, die fortwährend erneuert und neu belebt wird. Und dass Sekten und die Vielfalt der Auslegungen und Auffassungen der wahren Botschaft und Religion Gottes nichts als Beweise für Irreleitung und Verderben sind. Die verschiedenen Religionen, die es heute gibt, sind nur Missverständnisse irregeleiteter und irreleitender Gelehrter. Von Menschen erdachte Glaubenssysteme und die Gesamtheit von verdrehten und veränderten Formen der Anbetung, die nicht von Gott kommen.
Die Religion gehört nicht den Mönchen, den Gelehrten oder dem Klerus, die an religiösen Schulen studiert haben. Die Religion begann damit, dass Gott einen Menschen einsetzte, und die Religion bleibt lebendig und wahr durch den Menschen, den Gott in jedem Tag und Zeitalter einsetzt. Die Religion gehört Gott allein. Und die einzige Person, die die Autorität hat, im Namen Gottes zu sprechen, ist jemand, der von Gott eingesetzt ist.
„…seit Gott seinen Geist in Adam einhauchte, hat er uns nie verlassen. Sein Geist blieb stets unter uns auf der Erde. Adam stirbt, aber Gott lebt, denn sein Geist geht auf Seth über. Noah stirbt, aber Gott lebt, denn der Geist Gottes, der in Noah war, ging auf Sem über. Abraham stirbt, aber Gott lebt, denn der Geist Gottes, der in Abraham war, ging auf Isaak über. Moses stirbt, aber Gott lebt, denn der Geist Gottes, der in Moses war, ging auf Josua über. Jesus stirbt, aber Gott lebt, denn der Geist Gottes, der in Jesus war, ging auf Petrus über. Mohammed stirbt, aber Gott lebt, denn der Geist Gottes, der in Mohammed war, ging auf Ali über.“
Aba Al-Sadiq (Von ihm ist der Friede), Predigt der Einladung zum Siebten Bund
Die Juden zum Beispiel traten aus der Religion Gottes heraus und schufen das, was wir „Judentum“ nennen könnten, in dem Augenblick, als sie Jesus Christus (Friede sei mit ihm), ihren eigenen Messias, zurückwiesen.
Ebenso bei den Christen: Wussten Sie, dass die ersten Christen ihre Religion nicht Christentum nannten, sondern „den Weg“? Das „Christentum“ wurde als abgesonderte Religion geschaffen, in dem Augenblick, als sie den Tröster, den Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm und seiner Familie), ablehnten, und es war nicht mehr die lebendige Religion der Zeit.
Jedes Mal, wenn eine Gemeinschaft von Gläubigen den von Gott nach dem Propheten, an den sie glauben, gesandten Menschen nicht anerkennt, sondert sie ihre Religion von der einen, ewigen, immerwährenden Religion Gottes ab und wird im Grunde zu Ungläubigen.
Sie bleiben auf dem Weg stehen, sie trennen sich ab und schlagen eine andere Richtung ein, sie schaffen ihre eigenen Formen der Anbetung und erfinden eine Weise, sich auf Gott zu beziehen, die ihnen gefällt, aber nicht Gott.
Und das ist der Grund, weshalb zum Beispiel die Juden seit der Kreuzigung Jesu keinen Propheten mehr in ihrer Mitte gesehen haben. Denn die Religion ging ohne sie weiter, oder genauer: Sie hörten auf, der wahren Religion Gottes zu folgen, indem sie den wahren, von Gott eingesetzten Nachfolger nicht annahmen.
Religiöse Männer, Priester, Rabbiner, Mönche und Gelehrte sind es gewohnt, sich an das Buch und die religiösen Praktiken zu klammern und die Religion darauf zu beschränken. Aber keine heilige Schrift ist je allein gekommen, vom Himmel gefallen oder auf magische Weise in den Händen der Gläubigen erschienen. Der von Gott gesandte Mensch brachte das Buch, brachte die Gesetze, brachte die Rituale und Praktiken, brachte die Moral und die Sitten. Und deshalb sterben, sobald der Prophet, der es brachte, stirbt, seine Lehre und sein Buch gewissermaßen mit ihm, es sei denn, es gibt einen anderen Menschen mit dem Geist Gottes, seinen Nachfolger, der sie auslegen, erklären, fortführen und aus ihr die göttliche Weisheit und Erkenntnis schöpfen kann.
Die Religion war schon immer eine, und was sie zu einer macht, sind nicht die Bücher, nicht die Gesetze, nicht die Art zu beten, nicht das Glaubenssystem, sondern eine einzige Sache: die Abfolge der von Gott eingesetzten Menschen oder die Weitergabe des Geistes Gottes von einem Statthalter zum anderen ohne Unterbrechung.
Jener Geist, den Gott in Adam (Friede sei mit ihm) einhauchte und der niemals stirbt und die Erde nie verlassen hat, wohnte in allen Propheten und Gesandten, inspirierte sie, sprach durch sie und rief die Menschheit zur Oberhoheit Gottes.
Dieser Mensch, der in jedem Tag und Zeitalter vom Geist Gottes bewohnt wird, ist die RELIGION. Er ist jene Verbindung zwischen der Menschheit und Gott, wie es die Etymologie des Wortes Religion selbst sagt: vom lateinischen ‚religare‘ – verbinden. Dieser Mensch ist die Verbindung, aber auch die Tür, das Seil Gottes.
„Jesus sagt in der Bibel: ‚Ich bin das Licht dieser Welt.‘ Jesus (Friede sei mit ihm) sagt in der Bibel: ‚Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich.‘
Jesus, Friede sei mit ihnen, sagt also, dass er das Licht ist. Und zugleich sagt er, dass niemand in der Wahrheit sterben und in den Himmel eingehen wird, außer wenn er an ihn glaubt, an dieses Licht. Christen neigen dazu, das für alle Zeiten zu verstehen. Wenn du nicht an Jesus glaubst und Jesus nicht annimmst, dann wirst du ins Höllenfeuer kommen. Und das ist gewiss wahr. Aber Jesus sagt an anderer Stelle in der Bibel etwas sehr Wichtiges. Er sagt: ‚Solange ich in dieser Welt bin, bin ich das Licht dieser Welt.‘
Jesus sagt also im Grunde: Solange ich lebe, bin ich das Licht dieser Welt. Wenn ich sterbe, bin ich nicht mehr das Licht dieser Welt. Denn er macht es zu einer Bedingung. Er sagt: ‚Solange ich in dieser Welt bin, bin ich das Licht der Welt.‘ Er sagte nicht für alle Zeit, ich bin das Licht der Welt, sondern nur, solange er in der Welt ist, nur solange er lebt.
Das bedeutet also eines von zwei Dingen: Wenn er aus der Welt geht, wenn er verscheidet, gibt es entweder kein Licht in der Welt, oder jemand anderes ist das Licht der Welt. Und so sagt Jesus im Grunde: Solange ich in dieser Welt bin, bin ich der Imam dieser Welt. Und wer stirbt, ohne mir die Treue geschworen zu haben, ist den Tod der Unwissenheit gestorben. Aber wenn ich aus dieser Welt gegangen bin, wird es ein neues Licht geben, einen neuen Imam, und es ist jedem, der ein Gläubiger und Gott ist, zur Pflicht gemacht, dieses Licht der Welt zu finden und an ihn zu glauben.“
Aba Al-Sadiq (Von ihm ist der Friede)
Hier hebt Jesus (Friede sei mit ihm) zwei wichtige Punkte hervor: den Statthalter Gottes seiner Zeit, der die Religion am Leben erhält und die Religion und Gott vertritt.
Und zweitens: Durch ihn und nur durch ihn kann der Gläubige Erlösung finden und zum Vater gelangen.
Religion ist ein Mensch in den östlichen und westlichen Religionen
Auch wenn es oft verdreht und leicht abweichend verstanden wird, finden Sie in jedem mystischen und esoterischen Kreis, seien es die Gnostiker christlicher Herkunft, Pythagoreer, Manichäer, mithräische oder hermetische Strömungen, Sufis, hinduistische Mystiker oder Zen-Buddhisten, dass sie alle wissen: Gott zu erreichen hat keinen anderen Weg als über einen Meister, einen Erleuchteten.
Das Problem, das alle diese Denkschulen und esoterischen Gruppen heute haben, ist, dass ihr Meister entweder tot ist oder ihr gegenwärtiger Meister nicht von Gott eingesetzt ist.
Im wichtigsten heiligen Buch des Hinduismus, der Bhagavad Gita, Kapitel 12, Vers 6 und 7, sagt Krishna:
‚Jene, die Mich verehren, indem sie alle ihre Tätigkeiten Mir überlassen und Mir ohne Abweichung ergeben sind, dem hingebungsvollen Dienst hingegeben und stets über Mich meditierend, ihren Geist auf Mich gerichtet, o Sohn der Pṛthā – für sie bin Ich der schnelle Befreier aus dem Ozean von Geburt und Tod.‘
Wenn wir Buddha (Friede sei mit ihm) als eben jenen Lehrer kennen, der seinen Schülern zeigte, dass Gott im Inneren gefunden werden muss, so war ihm dennoch Gehorsam geschuldet, und er hat, wie jedem Buddhisten sehr wohl bekannt, einen Nachfolger eingesetzt: Ananda (Friede sei mit ihm), den Hüter des Dharma.
Niemand kann bestreiten, dass Platon (Friede sei mit ihm), der die Worte des Sokrates (Friede sei mit ihm) niederschrieb, dessen direkter Nachfolger war. Und das Buch Der Staat ist eine der präzisesten und deutlichsten Darstellungen dessen, was Religion sein sollte. Der von Gott eingesetzte Mensch, der Philosophenkönig, ist derjenige, der zu Gott führt und die Gesellschaft so ordnet, dass die Menschheit in einem Zustand von Gerechtigkeit und Frieden lebt.
Laotse (Friede sei mit ihm) ist in seinem Buch Tao Te King über diese Tatsache ebenfalls sehr klar. Nur ein wahrer Mensch oder derjenige, der auf das Tao ausgerichtet ist, das heißt ein Mensch, der eins mit Gott ist und den Willen Gottes zum Ausdruck bringt, sollte führen. Auch wenn das Tao überall, formlos und ewig ist, braucht es einen Menschen, der es verkörpert und die Menschheit entsprechend führt, damit alle in Harmonie leben, auf die Weise, wie Gott will, dass die Menschheit lebt.
Und Laotse (Friede sei mit ihm) konnte wie die meisten Propheten nicht herrschen und wurde auf die Rolle eines Beraters und Einsiedlers verwiesen. Dennoch hinterließ er seine Botschaft und hinterließ einen Nachfolger: Zhuangzi.
Jesus (Friede sei mit ihm) selbst benannte jemanden für den Augenblick, in dem er nicht mehr in der Welt sein würde, damit die Gemeinde Gottes einen göttlichen Führer hätte, und das war Simon Petrus (Friede sei mit ihm). Und Jesus (Friede sei mit ihm) selbst wurde von Johannes dem Täufer (Friede sei mit ihm) eingesetzt. Und Moses (Friede sei mit ihm) setzte Josua, den Sohn Nuns (Friede sei mit ihm), ein. Und Abraham (Friede sei mit ihm) setzte Isaak (Friede sei mit ihm) ein. Und David (Friede sei mit ihm) setzte Salomo (Friede sei mit ihm) ein.
Es ist klar wie die Sonne: Dass die Religion durch einen Menschen lebendig ist und durch eine Reihe von Nachfolgern lebendig erhalten wird, findet sich überall und ist der Kern der Religion selbst.
Nachfolger nach dem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm und seiner Familie)
Die meisten Muslime, besonders aus der sunnitischen Denkschule, würden behaupten, es sei nicht wahr, dass der Prophet Mohammed (Friede sei mit ihm und seiner Familie) Nachfolger hatte. Sie glauben, dass der Prophet Mohammed (Friede sei mit ihm und seiner Familie) die Religion mit dem Koran vollendet hat.
Tatsächlich hört man häufig, dass der Koran vor Verfälschung geschützt ist und ein Licht an sich und als Rechtleitung ausreichend ist. Es wird auch geglaubt, dass der Prophet Mohammed (Friede sei mit ihm und seiner Familie) der letzte Prophet war und dass daher niemand nach ihm von Gott gesandt wurde. Kein Nachfolger. Kein Gesandter. Kein Mann Gottes. Die Tür der Offenbarung ist verschlossen und verriegelt bis zum Tag des Gerichts. Der Islam ist vollkommen und vollendet. Für immer. Und sie stützen dies mit Versen des Koran und Überlieferungen des Propheten.
Die meisten Muslime würden hier sagen, wie es ihr Meinungsführer zur Zeit des Propheten tat: Der Koran genügt uns! Oder dass der Prophet Mohammed (Friede sei mit ihm und seiner Familie) uns den Koran und seine Sunna hinterlassen hat.
Und das verlangt ein wenig Nachdenken. Halten wir einen Moment inne und tauchen wir tiefer in dieses Argument ein.
Es ist überliefert, dass der Prophet Mohammed (Friede sei mit ihm und seiner Familie) sagte:
Ibn Abbas berichtete: Als die Todesstunde des Propheten (Friede sei mit ihm und seiner Familie) nahte, während einige Männer im Haus waren, und unter ihnen war Umar bin Al-Khatttab, sagte der Prophet (Friede sei mit ihm und seiner Familie): „Kommt näher, lasst mich euch etwas niederschreiben, wonach ihr niemals in die Irre gehen werdet.“ Umar sagte: „Der Prophet (Friede sei mit ihm und seiner Familie) ist schwer krank, und ihr habt den Koran, so genügt uns Allahs Buch.“ Die Leute im Haus waren uneins und stritten. Einige von ihnen sagten: „Kommt näher, damit der Gesandte Allahs (Friede sei mit ihm und seiner Familie) euch etwas niederschreibt, wonach ihr nicht in die Irre gehen werdet“, während einige von ihnen sagten, was Umar gesagt hatte. Als sie vor dem Propheten viel Lärm machten und heftig uneins waren, sagte er zu ihnen: „Geht weg und lasst mich.“ Ibn Abbas pflegte zu sagen: „Es war ein großes Unglück (eine große Katastrophe), dass ihr Streit und ihr Lärm den Gesandten Allahs (Friede sei mit ihm und seiner Familie) daran hinderten, ihnen jene Schrift niederzuschreiben.
Sahih Muslim 1637a
Und dies war auf seinem Sterbebett. Und was tut ein Prophet auf seinem Sterbebett?
Er schreibt ein Testament, er setzt seinen Nachfolger ein.
In dieser Erklärung oder diesem Testament, das er schrieb, heißt es:
„O Vater des Al-Hassan, bring mir eine Feder und ein Blatt‘, da diktierte der Gesandte Allahs (Friede sei mit ihm und seiner Familie) sein Testament, bis er an diese Stelle kam, wo er sagte: ‚O Ali, nach mir wird es zwölf Imame geben, und nach ihnen wird es zwölf Mahdis geben… So bist du, o Ali, der erste der zwölf Imame…‘“
Ghaybat Al-Toosi, Bd. 1, S. 174; Bihar Al-Anwar, Al Allamah Al-Majlisi, Bd. 53, S. 148
Und die Überlieferung geht weiter, bis er den Namen des Mahdi nennt.
In diesem Dokument nennt er also die Liste der Nachfolger, die nach ihm kommen werden, alle aus seiner Familie. Und sich daran zu halten, wird die Gläubigen davor bewahren, in die Irre zu gehen!
Hier haben wir also ein erstes Element, das zeigt, dass der Prophet Mohammed (Friede sei mit ihm und seiner Familie) einen Nachfolger einsetzte, und nicht nur seinen direkten Nachfolger, sondern alle Nachfolger nach ihm bis zum verheißenen Mahdi. Und der Prophet sagte, dies schütze vor Irreleitung. Warum? Weil der Geist Gottes, der von einem Menschen auf den anderen übergeht und die Verbindung zwischen Gott und der Menschheit ist, die Religion IST und die Rechtleitung IST. Und namentlich zu wissen, welche Menschen der Schleier sein werden, hinter dem der Geist Gottes sprechen und führen wird, ist ein Schutz vor Irreleitung.
Aber dieses Dokument ist nicht die einzige Informationsquelle, die beweist, dass der Prophet Mohammed (Friede sei mit ihm und seiner Familie) einen Nachfolger einsetzte und dass es tatsächlich Ali (Von ihm ist der Friede) war.
Dazu wurde eine Vielzahl von Überlieferungen gesammelt, und die berühmteste unter ihnen ist die Überlieferung über das Ereignis von Ghadir Khumm:
Al-Baraa’ ibn Azeb überlieferte:
„Wir reisten mit dem Gesandten Allahs (Friede sei mit ihm und seiner Familie), dann hielten wir bei Ghadeer Khum an, und wir wurden zum Gebet gerufen. Der Gesandte Allahs (Friede sei mit ihm und seiner Familie) setzte sich unter zwei Bäume, verrichtete dann das Dhuhr-Gebet (Mittagsgebet), nahm Alis Hand (Von ihm ist der Friede) und sagte: ‚Habe ich nicht mehr Recht über die Gläubigen als sie über sich selbst?‘ Sie sagten: ‚Ja.‘ Er sagte: ‚Habe ich nicht mehr Recht über jeden Gläubigen als er über sich selbst?‘ Sie sagten: ‚Ja.‘ Er sagte: ‚Wessen Mawla (Herr) ich bin, dessen Mawla ist Ali (Von ihm ist der Friede). O Allah, sei Freund derer, die ihm Freund sind, und nimm zu Feinden die, die ihn zum Feind nehmen.‘ Da ging Umar danach zu ihm und sagte zu ihm: ‚Glückwunsch, o Sohn des Abi Talib, du bist der ‚Mawla‘ jedes gläubigen Mannes und jeder gläubigen Frau geworden.‘
Musnad Ahmad, Ahmad ibn Hanbal, Bd. 4, S. 28 (arabische Ausgabe)
Der Prophet Mohammed (Friede sei mit ihm und seiner Familie) setzte also ganz deutlich Ali (Von ihm ist der Friede) als seinen Nachfolger ein. Und er sagte, dass ihm und den Imamen nach ihm zu folgen die Quelle der Rechtleitung ist, denn Gott ist Freund derer, die ihnen Freund sind. Dies bestätigt, dass Religion ein Mensch ist. Und dass die Nachfolge im Kern der Religion steht und dass sie mit dem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm und seiner Familie) nicht endete.
Was, wenn die Leute sagen, das Einzige, was uns der Prophet Mohammed (Friede sei mit ihm und seiner Familie) zu befolgen befahl, seien der Koran und die Sunna?
Nun, dieser Mythos, der Prophet habe gesagt, seine Gemeinschaft solle sich an den Koran und die Sunna halten, muss ein für alle Mal geklärt werden.
Interessant an dieser Überlieferung ist, dass sie nach ihrer eigenen, von Menschen und nicht von Gott erfundenen Hadith-Wissenschaft schwach ist und vom Koran sowie von einer Vielzahl anderer authentischer Überlieferungen widerlegt wird, die tatsächlich besagen, dass der Prophet sagte, was er seiner Gemeinschaft hinterließ, seien: Der Koran und seine Familie.
„…Ich bin im Begriff, einen Boten meines Herrn (den Todesengel) zu empfangen, und ich werde dem Ruf Allahs folgen (mich von euch verabschieden), aber ich hinterlasse unter euch zwei gewichtige Dinge: das eine ist das Buch Allahs, in dem Rechtleitung und Licht sind, so haltet fest am Buch Allahs und bleibt ihm treu.‘ Er ermahnte (uns), am Buch Allahs festzuhalten, und sagte dann: ‚Das zweite sind die Mitglieder meines Hauses (Ahlulbayt). Ich erinnere euch (an eure Pflichten) gegenüber den Mitgliedern meiner Familie‘ (Er wiederholte es dreimal)“...
Sahih Muslim (Abi Al-Hussein Muslim ibn Al-Hajjaj ibn Muslim, 2. Aufl., Buch 44: Buch der Vorzüge der Gefährten, S.782, Hadith 2408a)
Der Prophet (Friede sei mit ihm und seiner Familie) sagte hier deutlich: Ich hinterlasse euch zwei Dinge, die euch niemals in die Irre führen werden: den Koran und meine Familie.
Warum sagt der Prophet (Friede sei mit ihm und seiner Familie) also: „Ich hinterlasse euch meine Familie“?
Weil sie nette Leute sind? Oder weil die Religion Gottes durch den Islam nun dazu bestimmt ist, eine Stammes- und Monarchenreligion zu sein?
Offensichtlich nicht.
Er hinterlässt seine Familie als seinen Hüter, als ein Seil, an dem man festhalten soll, weil seine Nachfolger durch seine Familie kommen werden, wie die zahlreichen Hadithe, die die Namen der 12 Imame nach ihm aufzählen, und wie das heilige Testament, das der Prophet Mohammed (Friede sei mit ihm und seiner Familie) vor seinem Tod schrieb, bestätigten: Nach mir wird es 12 Imame und 12 Mahdis geben. Und diese Nachfolger stammen tatsächlich aus seiner Familie.
Eines der zwei gewichtigen Dinge genügt also nicht. Der Koran allein genügt nicht. Und das zweite gewichtige Ding ist nicht die Sunna, sondern die Nachfolger des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm und seiner Familie), die alle aus seiner Familie stammen.
Es scheint nun also sehr klar, dass der Prophet Mohammed (Friede sei mit ihm und seiner Familie) nicht das Ende der Religion war und die Nachfolge weiterging. Der Prophet Mohammed (Friede sei mit ihm und seiner Familie) ist tatsächlich der letzte der von Allah gesandten Propheten, aber nicht der letzte der Statthalter Gottes.
Im Koran sagt Allah tatsächlich:
Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet, Meine Gunst an euch vollendet und euch den Islam zur Religion erwählt
Sure Al-Maida, Vers 3
Lesen wir einen von der breiten Öffentlichkeit allgemein anerkannten Tafsir, verfasst von einem namhaften sunnitischen Gelehrten, Ibn Kathir. Er sagte:
‚… (er) wurde am großen Tag des Hadsch (dem Tag von `Arafah, dem neunten Tag von Dhul-Hijjah) offenbart, da weinte `Umar. Der Prophet (Friede sei mit ihm und seiner Familie) sagte: `Was lässt dich weinen?‘ Er sagte: `Was mich weinen ließ, ist, dass unsere Religion für uns vervollkommnet wird. Nun ist sie vollkommen, nichts ist vollkommen, ohne dass es dem Verfall bestimmt ist.‘ Der Prophet (Friede sei mit ihm und seiner Familie) sagte: „Du hast die Wahrheit gesagt.“ und Was den Sinn dieses Hadith stützt, ist der authentische Hadith:
(Der Islam war fremd in seinem Anfang und wird wieder fremd werden. Daher: Segen, Tuba, den Fremden.)
Dieser Vers wurde also nach dem Ereignis von Ghadir Khum beim Hadsch offenbart, das wir zuvor erwähnt haben, wie es in diesem Tafsir erwähnt wird.
Ghadir Khumm ist die Einsetzung Alis (Von ihm ist der Friede) als Nachfolger des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm und seiner Familie). Und diese Einsetzung, diese Verkündung der Nachfolge, machte die Religion vollkommen, denn sie ist der Kern und das Wesen der Religion und das, was sie ausmacht und am Leben erhält.
Der Islam war also vollständig, als Ali (Von ihm ist der Friede) eingesetzt wurde. Das heißt, als die Nachfolge gesichert war.
Wenn wir heute den Zustand der islamischen Nationen als Ganzes betrachten: gespalten, leidend, verbunden mit der Dunya, den weltlichen Verlockungen, Unwissenheit, Unterdrückung, Tyrannen und Terrorismus, einander bekämpfend und ohne einen von Gott eingesetzten Führer. Ihr Islam ist in der Tat kein Mensch. Und der Geist Gottes wohnt in keinem ihrer religiösen Führer.
Was nach dem Tod des Propheten von der Religion übrig war, hätte nur dann vor Verderbnis und Verfall geschützt werden können, wenn die Umma an den zwei gewichtigen Dingen festgehalten hätte. Aber die Umma als Ganzes entschied sich, ihren eigenen gewählten Führern zu gehorchen, ihre eigenen Sammlungen anzulegen und ihre eigenen Versionen des Koran zu erstellen.
Die Nation des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm und seiner Familie) verriet ihren Propheten und verließ die Religion gänzlich. Und dabei ist noch nicht die Rede von der anhaltenden Unterdrückung, die der Familie des Propheten nach seinem Tod auferlegt wurde, von der Tötung aller wahren Nachfolger des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm und seiner Familie), aller von Gott eingesetzten Männer.
Tatsächlich sagte der Prophet Mohammed (Friede sei mit ihm und seiner Familie):
Ihr werdet den gleichen Pfad beschreiten, den jene vor euch beschritten haben, Zoll für Zoll und Schritt für Schritt, so sehr, dass ihr ihnen, wenn sie in das Loch der Eidechse gekrochen wären, auch darin folgen würdet. Wir sagten: Gesandter Allahs, meinst du (mit deinen Worten) „jene vor euch“ die Juden und Christen? Er sagte: Wen sonst (als diese beiden religiösen Gruppen)?
Sahih Muslim 2669a, Buch 47, Hadith 7
Die islamische Nation brach in der Tat ihren Bund mit Gott und trat aus der Religion Gottes heraus, wie es die Juden und die Christen taten. Die Verbindung wurde zerbrochen und das Seil Allahs wurde durchtrennt.
Und das zeigt, wie gefährlich es ist, den von Gott eingesetzten Menschen zu vernachlässigen und ihm nicht zu folgen.
Die Barmherzigkeit des Propheten war so groß, dass er, obwohl er wusste, dass seine Gemeinschaft in die Irre gehen würde, dennoch versuchte, sie zu retten, indem er ihr eine Spur, einen Schlüssel hinterließ, zusätzlich zu seinem heiligen Testament und seiner öffentlichen Verkündung Alis (Von ihm ist der Friede) als seines Nachfolgers:
Der Prophet Mohammed (Friede sei mit ihm und seiner Familie) sagte: „Wer stirbt, ohne dem Imam seiner Zeit die Treue geschworen zu haben, ist den Tod der Unwissenheit gestorben.“
Al-Aql wa Al-Jahl fi Al-Kitab wa Al-Sunnah, Mohammed Al-Reyshahri, S. 275
In einer anderen Überlieferung:
Der Gesandte Allahs Mohammed (Friede sei mit ihm und seiner Familie) sagte:
„Wer seine Hand vom Gehorsam zurückzieht, wird am Tag der Auferstehung vor Allah kein Argument haben. Wer stirbt, ohne einen Treueid auf seinem Nacken zu haben, wird den Tod der Dschahiliyya, der Unwissenheit, sterben.“
Sahih Muslim, Buch 33, Hadith 90
„....der Prophet Muhammad stellte diese Bedingung, dass man den Imam seiner Zeit kennen muss, dass man einem Imam der Zeit die Treue schwören muss. Wie wissen wir also, was der Imam der Zeit ist, wer der Imam der Zeit ist?
Das ist die Pflicht, die jedem einzelnen Gläubigen obliegt, und darum geht es, so sagen wir, in der wahren Religion wirklich: den lebenden Gesandten der Zeit zu finden. Wir sagen, dass der Prophet Muhammad (Friede und Segen seien auf ihm und seiner Familie) in diesem Hadith sagte, dass es in jeder Zeit einen Imam gibt und dass es eine Vorbedingung des Glaubens ist, dass ein Gläubiger zuallererst diesen Menschen findet, denn es ist dieser Mensch, der Imam der Zeit, der alle Angelegenheiten beilegen wird, in denen die Menschen uneins sind, und den Menschen die wahre Religion zeigen wird.“
Abdullah Hashem Aba Al Sadiq (Von ihm ist der Friede)
Mit diesen beiden Überlieferungen, die in Klammern gesagt von Sunniten und Schiiten weitgehend anerkannt sind, wird klar, dass der Islam, wie er herabkam, nicht das Ende der Religion sein sollte und dass auch die Nachfolge von Gott eingesetzter Menschen nicht aufhören sollte.
Wir sehen, dass der Islam keine Ausnahme von der Regel ist. Die Religion des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm und seiner Familie) weist sehr deutlich auf diese Wahrheit hin, dass Religion ein Mensch ist.
Der Prophet Mohammed (Friede sei mit ihm und seiner Familie) sagte sogar:
„Allah wird dieser Umma zu Beginn eines jeden Jahrhunderts den senden, der ihre Religion erneuern wird.“
Selselet Al-Ahadith Al Sahiha (Mohammad Nasser El-Din Al-Albany), Band 2, Seite 148, Hadith Nr. 599
Wie könnte die Religion erneuert oder wiederbelebt werden, wenn sie vollkommen und vollendet wäre und nach dem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm und seiner Familie) keine Nachfolger bräuchte?
Diese einfache Überlieferung hat große Folgen. Sie bedeutet: Wenn die Nachfolge der Statthalter niemals endet und Gott versprochen hat, in jedem Tag und Zeitalter jemanden zu senden, der die Religion erneuert und wiederbelebt, auch nach Mohammed (Friede sei mit ihm und seiner Familie), dann heißt das, dass die Pflicht des Gläubigen darin BESTEHT, diesen von Gott eingesetzten Menschen, diesen Imam, diesen Statthalter Gottes zu finden und ihm die Treue zu schwören.
Und wenn Sie wirklich verstehen, dass dieser Mensch die einzige Tür zu Gott ist und dass nur durch das Hindurchgehen durch diese Tür Erlösung erlangt werden kann, dann sollte die Frage, die jetzt in Ihrem Herzen und Verstand brennt, lauten: ‚Wie können wir diesen Menschen finden?‘ Wo ist dieser Mensch heute?
Wir sagten, dass dieser Mensch von Gott eingesetzt sein muss, wie es alle Statthalter Gottes vor ihm waren.
Noah (Friede sei mit ihm), Abraham (Friede sei mit ihm), Moses (Friede sei mit ihm), König David (Friede sei mit ihm), Platon (Friede sei mit ihm), Buddha (Friede sei mit ihm), Krishna (Friede sei mit ihm), Jesus (Friede sei mit ihm), Mohammed (Friede sei mit ihm und seiner Familie), sie alle.
Sie alle erklärten, derjenige zu sein, der auf der Zunge ihres Vorgängers aus einer langen Reihe von Nachfolgern erwähnt wurde, die bis zu Adam (Friede sei mit ihm) und Gott zurückreicht. Sie alle verbreiteten göttliches Wissen, und sie alle riefen zur Oberhoheit Gottes auf, das heißt: Niemand außer dem von Gott Gesandten vermag zu Gott zu führen, und niemand außer ihm hat Autorität im Land oder das Recht zu herrschen.
Der Mensch sollte ein Nachfolger in der Reihe der Nachfolger Mohammeds (Friede sei mit ihm und seiner Familie) sein. Wie können wir diese Reihe der Nachfolger finden? Wo ist sie? Wer war der vorherige Statthalter Gottes vor dem von heute?
Erinnern Sie sich, dass wir das Testament des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm und seiner Familie) erwähnt haben? Dort finden Sie den Nachfolger, denn es ist tatsächlich die einzige heute auf Erden existierende Quelle, die die Nachfolger Mohammeds (Friede sei mit ihm und seiner Familie) nennt. Und niemand heute außer den Menschen, die diesem Testament folgen, weiß, wo der Geist Gottes ist, in welchem Menschen der Geist Gottes wohnt.
Und es gibt heute nur einen einzigen Menschen, der zur Oberhoheit Gottes aufruft, nur einen einzigen Menschen, der beansprucht, Abdullah (Von ihm ist der Friede) im Heiligen Testament des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm und seiner Familie) zu sein, eines Testaments, das vor Irreleitung schützt und von einem falschen Anspruchsteller nicht beansprucht werden kann, sonst wäre es kein Schutz mehr vor Irreleitung.
Nur einen einzigen Menschen, der Wissen verbreitet, das die gesamte Religion versöhnt und klärt, und der mit eben dem Wissen kommt, das Adam (Friede sei mit ihm) gegeben wurde: dem Wissen der Seele. Der rechtmäßige Erbe des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm und seiner Familie), das verheißene Lamm Gottes, von dem die Bibel spricht, der Qaim, derjenige, der aufstehen und Frieden und Gerechtigkeit auf Erden errichten wird. Dieser Mensch ist die Religion von heute.
Dieser Mensch, der den Geist Gottes verhüllt. Dieser Herrscher, Imam, König, von Gott eingesetzt, ist der Mensch, den wir finden müssen.